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Landesberufsschule

Die Bundesoffene Landesberufsschule für Hörakustiker und Hörakustikerinnen ist eine staatliche Berufsschule im Bundesland Schleswig-Holstein. Sie ist Teil der Berufsschule der Handwerkskammer Lübeck in der Hansestadt Lübeck unter deren organisatorischem Dach mehrere Landesberufsschulen schulorganisatorisch zusammengefasst sind.

Das Logo der Bundesoffenen Landesberufsschule für Hörakustiker und Hörakustikerinnen symbolisiert den bundesweiten Wirkungsbereich. Sie nimmt Auszubildende im Hörakustiker- Handwerk aus ganz Deutschland auf.

Die Bundesoffene Landesberufsschule ist zusammen mit der Akademie für Hörakustik und dem Deutschen Hörgeräteinstitut (DHI) in einem Gebäudekomplex auf dem Campus Hörakustik untergebracht. Grundstücks- und Gebäudeeigentümerin ist die Bundesinnung der Hörgeräteakustiker KdöR

Die Akademie für Hörakustik ist zuständig für die mit dem Berufsschulunterricht eng abgestimmte Überbetriebliche Ausbildung, für die Meisterausbildung und für Weiterbildungsmaßnahmen im Bereich der Hörakustik. Außerdem betreibt die Akademie die Schülerwohnheime, in denen die Auszubildenden während ihres Lübeckaufenthaltes wohnen.

Die Internate der Akademie sind gem. § 125 Schulgesetz Schleswig-Holstein "mit der Schule verbundene Schülerwohnheime" und unterliegen der schulgesetzlichen Aufsicht.

Grundstücknachbar ist die Fachhochschule Lübeck, an der man nach der Erstausbildung Hörakustik als Bachelorstudiengang studieren kann.

 Schulorganisation und Trägerschaft



Unter dem schulorganisatorischem Dach der Berufsschule der Handwerkskammer Lübeck in der Hansestadt Lübeck sind sieben Landesberufsschulen zusammengefasst.

Organisationseinheiten
Standort Lübeck-Travemünde (3 Abteilungen):

  • Landesberufsschule für Bootsbauer/innen
  • Landesberufsschule für Segelmacher/innen
  • Landesberufsschule für Glaser/innen
  • Landesberufsschule für Kfz-Mechatroniker/innen
  • Landesberufsschule für Augenoptiker/innen
  • Landesberufsschule für Orthopädieschuhmacher/innen


Standort Campus Hörakustik in Lübeck (4 Abteilungen)

  • Bundesoffene Landesberufsschule für Hörakustiker un Hörakustikerinnen


Schulträgerschaft

  • Die Handwerkskammer Lübeck ist Schulträgerin aller sieben Landesberufsschulen.
  • Die Bundesinnung der Hörakustiker K.d.ö.R. hat für die Landesberufsschule für Hörakustiker un Hörakustikerinnen einen Teil der Schulträgeraufgaben übernommen. Sie stellt u.a. auf dem Campus Hörakustik die Unterrichtsgebäude zur Verfügung und betreibt die mit der Schule verbundenen Schülerwohnheime. Auch sind die Mitarbeiter/innen der Schulverwaltung sowie das technische Personal bei der Bundesinnung der Hörakustiker beschäftigt und an die Landesberufsschule abgeordnet. Somit ist die Bundesinnung eng verbundene Partnerin auf dem Campus vor Ort.


Lehrkräfte
Die Lehrkräfte der Landesberufsschule für Hörgeräteakustiker sind beim Land Schleswig-Holstein beschäftigt und besitzen in der Regel eine akademische Ausbildung. Sie haben sowohl eine einschlägige fachliche als auch eine berufspädagogische Ausbildung absolviert und mehrheitlich berufspraktische Erfahrungen als Geselle, Meister oder Ingenieur.



 Historie

„Die Kunden müssen sich darauf verlassen können, dass ihr Hörakustiker eine solide und umfassende Ausbildung absolviert hat und sich regelmäßig fortbildet“. Diesen Leitgedanken hatten bereits die Urväter des Berufsstandes und gründeten deshalb vor Anfang der 70-er Jahre die Akademie und die Landesberufsschule als zentrale Bildungseinrichtung der Branche.  

Durch Beschluss des Deutschen Bundestages wurde der Beruf des Hörgeräte-Akustikers als Vollhandwerk anerkannt. In Folge dieses Beschlusses wurde 1966 die  Bundesinnung der Hörgeräte-Akustiker gegründet, deren Delegiertenversammlung am  12. Juni 1968 die Errichtung und den Bau einer „Bundesberufsschule und Fachschule für Hörgeräte-Akustik in Lübeck“ (später „Ausbildungszentrum“ (az) genannt) beschloss.

Umfangreichen Verhandlungen erfolgte am 01. Juli 1970 der erste Spatenstich für das Ausbildungszentrum in Lübeck. Am 01. August 1971 wurde durch Verfügung des Landesschulamtes in Schleswig-Holstein die Bundesoffene Landesberufsschule für Hörgeräte-Akustik in Lübeck gegründet. Der erste Berufsschulblockunterricht fand vom 04. Okt. – 27. Nov. 1971 in der Jugendherberge in Lübeck statt. Nach zweijähriger Bauzeit nahm am 11. Oktober 1972 das Ausbildungszentrum (az) in Lübeck seinen Betrieb auf. Die Landesberufsschule zog von der Jugendherberge in den Neubau in der Bessemerstraße um.

Richtfest 1972




Für die Ausbildung der ersten Lehrlinge in der Hörakustik gab es einen nur sieben Seiten umfassenden Rahmenlehrplan (Juni 1971). Die in dem Plan beschriebenen Ausbildungsinhalte waren sehr stark mathematisch-naturwissenschaftlich geprägt. Elektrotechnische Betrachtungen nahmen in dem Plan einen großen Raum ein. Hörakustische Themen wie „Das Hörorgan“, „Audiometrie“, „Hörgeräte-Anpassung“ und „Lärmschutz“ hatten einen Anteil von weniger als 20%.

Mit der Wandlung des Hörgeräteakustikerberufes zum hochqualifizierten Gesundheitshandwerk wurden auch die Ausbildungsinhalte angepaßt. Hinzu kam ab 1975 die überbetriebliche Ausbildung, die sehr eng organisatorisch und inhaltlich mit dem Berufsschulunterricht verzahnt ist.

Mit der zunehmenden Bedeutung der hörakustischen Ausbildung für die Branche wurde 1979 das damalige Ausbildungszentrum in Akademie für Hörgeräte-Akustik umbenannt. Die Akademie ist zwischenzeitlich Trägerin der überbetrieblichen Ausbildung, bietet verschiedene Formen des Meisterstudiums an, führt Fort- und Weiterbildungskurse durch und ist Kooperationspartnerin im Bachelor-Studiengang Hörakustik.

2010 wurde der Begriff  Campus Hörakustik als institutionsübergreifende Bezeichnung für das enge Zusammenwirken der verschiedenen Bildungseinrichtungen eingeführt.



  23. Juni 1965
Hörgeräte-Akustiker als Vollhandwerk anerkannt  
 
15. März 1966
Gründung der Bundesinnung der Hörgeräte-Akustiker
 
12. Juni 1968
Delegiertenbeschluss zur Errichtung einer „Bundesberufsschule“ und eines Ausbildungszentrums in Lübeck
 
10. August 1968
Staatliche Anerkennung des Berufsbildes für das Hörgeräte-Akustiker-Handwerk
 
01. Juli 1970
Spatenstich für das Ausbildungszentrum
 
01. August 1971
Errichtung der bundesoffenen „Landesberufsschule für Hörgeräte-Akustik in Lübeck“ an der Gewerbeschule I Lübeck (Verfügung des Landesschulamtes SH vom 19.07.1971 – LSA 40a – f 49 –)
 
04. Oktober  1971
Erster Berufsschulblockunterricht in der Jugendherberge Lübeck
 
11. Oktober 1972
Inbetriebnahme des Ausbildungszentrums (az)
 
27. – 28. Juni 1973
Erste Gesellenprüfung in Lübeck
 
4. August 1975
Eröffnung der Fachschule für Hörgeräte-Akustiker
 
01. Oktober 1979
Namensänderung in „Akademie für Hörgeräte-Akustik“
 
01. Februar 1999
Schulverwaltungstechnische Zuordnung der „Bundesoffenen Landesberufsschule für Hörgeräteakustiker“ zur neu gegründeten „Berufsschule der Handwerkskammer Lübeck in der Hansestadt Lübeck“

01. Januar 2010
Einführung der institutionsübergreifenden Bezeichnung Campus Hörakustik